Behinderung & Beruf
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Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung

Jede Prävention dient dazu, Erkrankungen im Vorfeld zu verhindern oder ihren Eintritt zu verzögern, ihre Verschlimmerung zu verhindern oder Folge- und Begleiterkrankungen zu vermeiden. Sie hilft auch Situationen vorzubeugen, in denen möglicherweise das Arbeitsverhältnis gefährdet ist. Dabei ist es egal ob es sich um betriebsbedingte, personenbedingte oder verhaltensbedingte Gründe handelt.

 

Der Arbeitgeber ergreift die Initiative und schaltet den Betriebsrat oder Personalrat und – wenn vorhanden, die Schwerbehindertenvertretung – sowie das Integrationsamt ein. Mit den internen und externen Partnern wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht, die das Arbeitsverhältnis sichert.

Beraten und unterstützen kann dabei der Technische Beratungsdienst und der Integrationsfachdienst. Wird für den Arbeitsplatz eine Umrüstung oder zusätzliche Arbeitshilfen benötigt, so können – je nachdem, was gebraucht wird – Zuschüsse beantragen werden.

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Fast alle Krankenkassen bieten ihren Versicherten Präventionskurse zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit an oder fördern entsprechende Angebote, z.B.:

  • Bewegung (Gesundheitssport, verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme, Vorbeugung gegen arbeitsbedingte Belastungen des Bewegungsapparats)
  • Ernährung (Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung, Vermeidung und Reduktion von Übergewicht, gesunde Verpflegung am Arbeitsplatz)
  • Stressmanagement (Stressbewältigung, Förderung von Entspannung)
  • Suchtmittelkonsum (Raucherentwöhnung, Umgang mit Alkohol)
  • Gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung

Von der Krankenkasse geförderte Präventionskurse umfassen in der Regel 8 bis 12 Unterrichtseinheiten. Anbieter können neben Krankenkassen auch Fitnessstudios, Reha-Einrichtungen, Therapeuten, Ärzte, Betriebe, Berufsverbände und viele andere sein. Unter Präventionsmaßnahmen, die von den Krankenkassen finanziert werden, fallen außerdem die Früherkennung von Krankheiten sowie Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren.

Tipp: Links zu anerkannten Präventionskursen verschiedenster Krankenkassen bietet die Zentrale Prüfstelle Prävention unter www.zentrale-pruefstelle-praevention.de.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Arbeitgeber können pro Mitarbeiter 500 € im Jahr für Kurse zur Gesundheitsförderung von der Steuer absetzen. Steuerlich begünstigt sind interne oder externe Kurse zu:

  • Bewegungsprogrammen
  • Ernährungsangeboten
  • Suchtprävention
  • Stressbewältigung

Beiträge zu Sportvereinen und Fitnessstudios werden nicht gefördert.

Über die Einzelheiten informiert der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen in einem Leitfaden: www.gkv-spitzenverband.de

Oder sprechen Sie Ihre Krankenkasse konkret an.

Neben der betrieblichen Gesundheitsförderung können auch andere Strategien des betrieblichen Gesundheitsmanagements Präventionsangebote für Mitarbeiter enthalten, z.B. im Bereich Arbeitsschutz, Personalentwicklung oder Eingliederungsmanagement. Diese Angebote sind immer freiwillige Leistungen des Arbeitgebers und müssen auch mit diesem verhandelt werden.

Um an Gesundheitskursen und Bonusprogrammen teilzunehmen, müssen sich Versicherte an ihre Krankenkassen wenden. Dort bekommen sie Angebote in ihrer Umgebung oder Teilnahmebedingungen für Bonusprogramme genannt. Viele Krankenkassen übernehmen auf Antrag auch einen Teil der Kosten von Kursen, die von einer anderen Krankenkasse angeboten werden, falls sie selbst dieses Angebot nicht machen.